"Travel is broken" – Reisen, so wie wir es kennen, funktioniert nicht mehr
11d 7h ago by feddit.org/u/JensSpahnpasta in dach@feddit.org from www.swr.de
Für mich ist das Reisen langweilig und auch ein bisschen peinlich geworden. Abenteuer gibt es nicht mehr, nur noch Photo Opportunities und Spätkapitalismus. Wir snacken ein Land nach dem anderen weg, erhitzen unseren Planeten weiter und generieren immer gleiche Abziehbilder. Da bleibe ich lieber zuhause und gehe an den See.
Irgendwie schon - der Tourismus höhlt die coolen Orte irgendwie so merkwürdig aus, das es keinen Spaß mehr macht. Da gibt es z.B. mit Aigues Mortes eine tolle, einzigartige mittelalterliche Stadt mit intaktem Ortskern und intakter Mauer. Wäre eigentlich ein total toller Ort - und dann kommst du da rein und alles ist voller Touri-Kitsch, komischer Geschäfte und merkwürdiger Restaurants. Oder du gehst in einen dieser schnuffeligen Orte im Elsass - nur um dann in wirklich jedem Haus Souvenir-Quatsch für Bustouristen verkauft zu bekommen. In Deutschland ist jedes "Naturparadies" eigentlich ein Parkplatz mit Spazierweg für Rentner und Familien, mit schön ausgebautem Spazierweg und Imbiss.
tatsächlich auch sehr empfehlen kann ich den fluss falls es bei dir einen gibt, ist fast genauso gut wie ein see, manchmal noch besser, kann man zuschauen, wird unterhalten weil das wasser fließt und ist spannender als der stille see. nur meine meinung.
Naja, man kann auch einfach nen interessanten Ort aussuchen, hinfliegen/fahren und sein eigenes Ding dort machen. Die Welt ist riesig und wunderschön. Man kann von anderen Kulturen lernen, geiles Essen genießen und einfach mal komplett andere Flora und Fauna auschecken. Menschen die noch nie aus Deutschland herausgekommen sind, kommen oftmals etwas beschränkt rüber. Es täte vielen gut, mal was von der echten Welt zu sehen. Dann wären sie vielleicht auch nicht mehr so angefressen von Deutschland.
Man muss sich halt selbst drum kümmern. Das Hotel sollte das unwichtigste daran sein. Hauptsache keine Bettwanzen.
Viel wahres. Damals mit Rucksack und Lonely Planet, das war schon großartig spontan und pseudogeplant.
Ich muss zugeben, ich bin jetzt lange nicht mehr auf Fernreise gewesen wegen Kinder.
Und ich fürchte mich ein wenig vor der neuen Reiserealität mit Smartphone, Social Media, Overtourism und Plastik im Meer. Mal schauen, ich bereite meine Kinder jetzt langsam vor. Safari und Pyramiden stehen noch auf meiner Bucket List.
Ich plane das immer noch nicht wirklich. Das geht auch mit Smartphone und Internet noch. Niemand wird dazu gezwungen nur die besten Orte für Reels abzuklappern.
Naja das Problem ist das schon damals alle die den Lonely Planet dabei hatten die selben Sachen abgeklappert haben. Das war teilweise ganz lustig immer wieder die selben Leute "ungeplant" im nächsten Hostel zu treffen.
Aber wer heute "ungeplant" wo hin fährt klappert im Grunde das ab was Google so in der Suche hochspühlt oder die KI grade so auskotzt. Das ist dann das oben genannte Lonely Planet Problem potenziert.
Dazu kommt noch dieses ständige Fotografieren und Live-Stream für die Follower.
Spannend finde ich allerdings Live-Übersetzungsapps. Das habe ich mal in YT gesehen wie einfach man sich mit den Locals unterhalten kann. Nix mehr mit Gesten und Wortfetzen. Das ist schon toll
Edit: Mal warten wann es Übersetzungsapps für Tieresprache gibt. Mal mit nem Nashorn in Afrika n bissl quatschen wäre schon großartig :-)
Ich durfte mal ein Nashorn kraulen, hinter dem Ohr finden sie toll. Dabei hat das Nashorn die ganze Zeit Geräusche gemacht wie eine katze... Niedlich
Fotografieren gab es schon immer. Heute machen die das meist mit den Telefonen, nur um die Fotos nie wieder auch nur mit dem Arsch anzuschauen.
Ich nutze die Gelegenheit, um mit meiner Sony a6400 geile Fotos zu machen, die ich Zuhause von Hand nachbearbeite. Die besten schaffen es dann auch mal auf ner Leinwand oder ähnliches, und die anderen wandern auf den digitalen Bilderrahmen.
Das macht schon Spaß und man wird immer wieder an eine schöne Zeit zurück erinnert.
Ich finde das ist heutzutage eher besser, weil es viel mehr Informationen gibt. Sachen, die nicht für jeden interessant sind, sind leichter zu finden. Ich markiere mir Ziele auf Google Maps und wenn ich dann im Urlaub bin schau ich was ich so in meiner Nähe markiert habe. Klar, wenn ich vorher einfach die top 10 Attraktionen eintrage, die Google ausspuckt, dann sind das die selben Sachen die alle anderen auch haben. Aber so mache ich das halt nicht.
Die Pyramiden von Gizeh und generell Ägypten sind immer an erster Stelle, wenn es um die enttäuschendsten Reiseziele geht. Ich will sie dir echt nicht schlechtreden, aber vielleicht solltest du sie von der Liste streichen und dir die Enttäuschung ersparen.
Was war da denn enttäuschend?
Naja man geht halt einfach los und schaut was passiert? Natürlich kann man öfters englisch sprechen oder Google Maps (weil Massenadoption, oder auch OpenStreetMap) benutzen.
Aber man kann immer noch entfernte Gegenden, Tiere und Menschen treffen
Das Konzept, irgendwo hinfliegen, dort dann "Abenteuer" erleben und bestimmt nicht von den Einheimischen verachtet und/oder abgezogen zu werden, hat eh noch nie Sinn ergeben