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Rock am Ring 2026 eine „Katastrophe“ – Veranstalter reagiert auf Fan-Vorwürfe

5d 14h ago by feddit.org/u/metaljackL in dach@feddit.org from www.fr.de

Ich war zwar nicht selbst dabei, aber eine gute Freundin von mir und sie berichtete ähnliches wie hier dargestellt. Finde es immer wieder krass, wie hier mit Standardsprüchen solche Situationen runtergespielt werden.

Ein Besucher berichtete etwa, wie er mitten im Gedränge in Not geriet und sich vergeblich an Sicherheitspersonal wandte – das ihm mit den Worten „Du siehst nicht aus, als hättest du Panik“ die Hilfe verweigert habe. Letztlich half sich der Mann selbst, indem er über einen Zaun kletterte.

Andere Besucher berichteten von anderthalbstündigen Wartezeiten an den Toilettenanlagen, fehlenden Seitenausgängen an den Wellenbrechern sowie stundenlangen Wartezeiten am Shuttle-Service – gefolgt von einem Fußmarsch von knapp acht Kilometern.

Das war 1:1 auch meine Erfahrung bei Rock Am Ring - vor 20 Jahren.
War mein letztes großes Festival, weil es so scheiße war. Seitdem Obergrenze ~20000 Besucher

Ich glaube das hängt stark vom Festival und natürlich auch dir ab. Ich war 2016,2017 und 2019 auf Wacken und alles war immer mega entspannt. Kann natürlich trotzdem verstehen, wenn man für sich selbst dann eine Grenze setzt.

Hier noch der Erfahrungsbericht meiner Freundin.

Ja. Rock am Ring war heftig. Vorallem der erste Abend. Linkin Park war auf der großen Bühne im hinteren Teil des Geländes. Vorne spielte danach Limp Bizkit. Um dahin zu kommen, musste man an den ganzen Ständen vorbei und dann durch eine Engstelle, weil Telekom da eine Tribüne aufgebaut hatte, an der Man erst vorbei musste. Die Stelle war die Hölle. Da hatte auch meine Panikattacke eingesetzt. Die Leute drückten in alle Richtungen. Während mein Mann nach vorne geschoben wurde, wurde ich nach hinten gedrängt. Die Leute schoben zur Seite, es war einfach nicht schön und hatte mir da tatsächlich komplett den Abend ruiniert. Ich hatte am nächsten Tag so Angst, wieder durch diese Stelle zu müssen. Selbst jetzt wird mir noch anders, wenn ich daran denken muss. Das mit dem Shuttle Bus war genauso schlimm. Am Mittwoch Nachmittag waren schon alle Camping Plätze voll. Die haben noch extra Flächen von den Bauern gemietet, damit die anderen, die erst am Donnerstag anreisen, noch Plätze bekommen haben. Wir waren auf dem Platz, der am weitesten entfernt war, wo wir nur mit dem Bus hinfahren konnten. Dieser wurde aber ab 4 Uhr eingestellt. Bis um 3 lief die letzte Band. Wir waren schon früher am Bus, mussten aber 1 1/2 Stunden warten, bis wir noch einsteigen durften. Unsere Zeltnachbarn sind später dran gewesen, die mussten die 8KM nachts, besoffen auf der Bundesstraße laufen. Ohne Beleuchtung, ohne Gehweg. Irgendwann haben sie die Leute über die Nordschleife laufen lassen, nachdem die Polizei die anderen auf der Straße noch begleitet hatte und Licht gegeben haben. Für mich war es definitiv eine einmalige Sache. Die nächsten werde ich zuhause auf der Couch verbringen und mir den livestream anschauen.

Also ist RiP doch eindeutig besser als Ring :D

Ich war dabei, kann also meine Sichtweise berichten.

Zuerst, ja es war voll, sau voll jnd vielleicht auch zu voll. Das war aber eigentlich nur der Freitag wegen Linkin Park.

Insbesondere am Freitag habe ich auch einige gesehen, die Panikattacken/Angst hatten. Hier haben Orga-Kräfte aber prompt reagiert und Hilfe angeboten/Sanis geholt.

Aufgrund quasi nicht vorhandener Pissrinnen oder Urinale waren Männer bei den Toiletten nicht privilegiert. Und die Schlangen waren teils lang, aber vor allem weil viele nicht begriffen haben, dass meist mehrere Schlangen vor den Toiletten waren. Hier wäre es sinnvoll gewesen, wenn es Markierungen für Schlangen gäbe. Ansonsten würde ich sagen, dass es sowohl genug Toiletten als auch genug Wasserspender gab.

Massenpanik oder vergleichbare Situationen habe ich zu keinem Zeitpunkt erlebt. Bei Linkin Park war ich kurz vor dem zweiten Wellenbrecher mittendrin, es war eng aber nicht unangenehm - nicht anders als bei anderen Rock/Metal Konzerten auf denen ich war.

Die Shuttle-Busse waren in der Tat vollkommen unzureichend. Ich hatte Glück mit meinem Camping-Platz, der nur 4km vom Eingang entfernt war, sodass Laufen, wenn auch nervig und anstrengend, aber zumutbar war.

Ich hatte Glück mit meinem Camping-Platz, der nur 4km vom Eingang entfernt war

Das alleine disqualifiziert das Festival für mich komplett.

Verstehe ich, hat mich auch gestört, wobei das maßgeblich an Blasen und zu schwerem Schuhwerk lag.

Der Weg und das Festivalgelände ist halt komplett asphaltiert. Mit schweren Schuhen und harten Sohlen ist das auf Dauer nicht so geil.

Ansonsten trinkt man halt ein zwei Wegbier

Für mich gehört zum Festival-Feeling halt dazu, dass Festival und Camping nicht so krass getrennt sind.
Deshalb sind große Festivals nix mehr für mich.

In Nürmberg geht das voll, finde ich. Novarock war auch in Ordnung.

Ein Kumpel hat zwei Tickets für Rock im Park direkt von eventim gekauft uns ein ging einfach nicht weil es angeblich um 5 Uhr schon eingelöst wurde

Seine Vermutung man kann über die app sein Ticket verlinken und einfach Nummern raten bis eine funktioniert da die wohl zwischen tickets sehr ähnlich sind

An der Info (die auf dem Gelände war also ohne Ticket schon mal schwer zu erreichen) hieß es da müsste er die Event Agentur anrufen, da gab es nur den Anrufbeantworter weil sie alle angeblich vorort beim Aufbau sind.

Ich bin froh dass ich letztes Jahr entschieden habe nie wieder hin zu gehen

Den Fall hatten wir auch, aber es ging nur um die Aufladung des Guthabens mit Handy - das Bändchen gibt es ja erst am Eingang gegen Papierticket.

Ein großes Festival ist einfach eine Extremsituation und Menschen sind unterschiedlich. Das ist einfach nicht für jeden was. Manche Menschen gewinnen Kraft wenn sie mit dem Fahrrad durch die Natur fahren, andere müssen sich unter Lebensgefahr den Berg runter jagen. Ich gehe schon länger nicht mehr auf Festivals weil ich weiß, dass mir das zu anstrengend ist. Deswegen müssen sich aber nicht die Festivals ändern, weil es Leute gibt, die das genau so haben wollen.

Klar sind Festivals speziell. Viel zu viele Leute, wenig Komfort und Schlangen an dem Toiletten sind zu erwarten.

Aber auch da gibt es Abstufungen. 15-20min Toilettenschlange sind okay, bei 90min sind das einfach zu wenig Toiletten. 8km lange Laufwege sind ebenfalls völlig absurd.

Ich war nicht am Ring, sondern im Park. Und da war es letztes Jahr absolut grausig, der Veranstalter hat dann aber sehr gut Nachgebessert (u.a. bei den Wellenbrecher-Ausgängen). Und das Summerbreeze kriegt das immer noch besser hin.

Man muss auch auf Festivals nicht jeden Scheiß akzeptieren.

Wellenbrecher-Ausgängen

was sind wellenbrecher in dem zusammenhang? doch wohl kaum große schiffsrümpfe?

Das sind Zäune, die so etwa alle 30m quer und über die ganze Breite vor der Bühne stehen. Dadurch wird die Menge geteilt, was verhindert, dass Leute vorne zerquetscht werden. (Da ist auch immer Security dahinter)

Umgangssprachlich bedeutet "Im 1. Wellenbrecher" sein den Bereich vor dem ersten Zaun (von der Bühne aus), also ganz vorn.

Auf dem Bizzare Festival 1998 auf dem ich war wurde jemand tot getrampelt. Das war schon immer problematisch. Das jemand in der Menge Angst bekommt finde ich da nicht ganz so schlimm.

Edit: Übrigens genau weil es so eine Engstelle eben nicht gab und alle wild beim Bühnewechsel rüber gestürmt sind.

Also willst du damit sagen, dass Leute auf Festivals gehen um 1 1/2 Stunden am Klo anzustehen? Um 2 Stunden Nachts bis zum Zelt zu laufen? Ohne Licht? Ohne Fußweg? Um in einer dicht gedrängten Menschenmenge einfach keinen Weg mehr zu finden raus zu kommen als über einen Zaun zu klettern? Scheint mir ein sehr seltsamer Extremsport zu sein. Also nein.

Um in einer dicht gedrängten Menschenmenge einfach keinen Weg mehr zu finden raus zu kommen als über einen Zaun zu klettern?

Zumindest bei dem Punkt würde ich auch sagen, dass ich das im vorderen Bereich vor einer Festivalbühne eher als Normalzustand kennengelernt habe. Ich sage nicht, dass ich das unbedingt gut und sicher finde, aber eben durchaus verbreitet und auch schon auf Festivals mit deutlich unter 100.000 Besuchern.

Vor > 10 Jahren stand ich relativ weit vorne bei einem Auftritt von Deichkind. Da wurde relativ viel gedrückt und geschoben, sodass es einigen um mich herum relativ unangenehm wurde. Dann fuhr die Band mit einem Schlauchboot durchs Publikum und schoss mit einer Kanone Federn in die Menge. Das war für mich als großgewachsener Kerl relativ harmlos, in meinem Umfeld standen aber auch ein paar deutlich kleinere Mädels, die Dank der Federn so weit unten kaum noch Luft bekommen haben. Ein Kumpel und ich haben damals bestimmt an die 10 Leute mit (kurz bevorstehenden) Panikattacken nach oben gehievt, um sie dann nach vorne zur Bühne aus dem Gedränge crowd-surfen zu lassen. Zu Fuß einfach weg gehen wäre absolut unmöglich gewesen, auch für mich als Mann.

Das war mein extremstes Festivalerlebnis, aber ähnliches hab ich auch schon bei Flogging Molly, Madsen, Billy Talent, Fiddlers Green etc. erlebt. Also ja, ich würde @nocteb@feddit.org zumindest in dem Punkt Recht geben, dass das auf Festivals von Zeit zu Zeit "normal" ist. Wie gesagt "normal" heißt nicht "in Ordnung".

(Bild zur Illustration, nicht von mir)

Man arrangiert sich damit. Ich kenne eine Gruppe von Leuten, die bringen sich ein Klo-Zelt mit. Ja das ist alles nicht optimal oder angenehm, man schläft auch nicht gut aber den Leuten macht es trotzdem oder sogar deswegen Spaß.

Nee, Digga. Ich war auch schon auf großen Festivals, sowohl als Besucher als auch als Security-Mitarbeiter. Das, was zum RaR jetzt geschildert wird, darf nicht vorkommen. Als Veranstalter hast du eine gewisse Fürsorgepflicht, zu der auch die Bereitstellung von Sanitäranlagen mit ausreichender Kapazitäten und das Ermöglichen gefahrloser Besucherströme gehören.
Das hat nichts mehr damit zu tun, ob man sich in Menschenmengen vielleicht nicht wohlfühlt oder ob ein Dixi vielleicht nicht ganz dem gewünschten Komfort entspricht. Das sind Grundlagen des Veranstaltungsmanagements.

Ich war nicht dabei, die einen sagen so die anderen so.

Und die die da waren, sagen dass es unzumutbar war.

Geht's hier um Toiletten im Campingbereich oder bei den Bühnen? War noch nicht auf dem Rock am Ring, aber auf anderen Festivals sind die Bereiche eigentlich recht streng getrennt. Dein Klo-Zelt bringt dir im Bühnenbereich nichts, wenn es im Campingbereich steht.