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Shahed-136: Die Drohne, die zur Weltwaffe wurde

5d 19h ago by feddit.org/u/D_a_X in nachrichten_int@feddit.org from www.telepolis.de

Mittlerweile hat die Ukraine auch noch dieses knuffige, deutlich günstigere Gerät speziell gegen Shaheds.

Bullet interceptor drone

https://en.defence-ua.com/weapon_and_tech/ukraines_finalized_bullet_anti_shahed_drone_what_model_general_cherry_delivered_for_adoption-16756.html

Na ja, günstiger als eine Salve 30 mm Sprengmunition ist das Ding nicht. Plus, der Gepard ist anscheinend auch eine taugliche Waffe in der Anti-Infanterie Rolle.

Ich persönlich denke, dass die Reise mehr zu Systemen wie dem Skyranger geht, aber im Mini-Format. Um gängige Drohnen abzuschießen braucht es keine 30±mm Kanonen, da reicht ein schweres Maschinengewehr. Für die Ukraine ist es in der aktuellen Situation nur sehr viel sinnvoller die Schnittmengen mit ihrer bereits laufende Produktion von Drohnen zu nutzen, als ein komplett neues System aufzubauen.

Mobile Einsatzgruppen, die mit schweren MGs und dergleichen auf den Ladeflächen von Fahrzeugen wie Pickups (Es lebe Toyota!) durch das Land fahren, um sich der nächsten Welle von Drohnen in den Weg zu stellen, gibt es bereits seit langem.

Und so wird das Maxim Gewehr nich ein weiteres Jahrhundert überdauern

Bei schweren MG ist die Technik seit gut 100 Jahren so ausgereift, dass es im Grunde genommen nichts mehr zu verbessern gibt.

Na ja, günstiger als eine Salve 30 mm Sprengmunition ist das Ding nicht.

Nicht günstiger als eine Salve 35 mm Munition, sondern günstiger im Gesamtpaket: Vieltausendfach herstell- und aufstellbar sowie teilweise autonom in der Zielerfassung und -bekämpfung.

FLAK-Batterien, wie SKYRANGER und GEPARD kann man aufgrund ihrer begrenzten Anzahl nur an neuralgischen Punkten, in der Umgebung bedeutender möglicher Ziele, aufstellen, um die Ziele zu bekämpfen, die es durch die vorgelagerten Ringe hindurch geschafft haben.

Shaheds werden (außer mit dem GEPARD und vergleichbaren FLAK-Batterien) bisher häufig mit den MKs in Kampfjets, z.B. den 30 mm der MIG 29, abgeschossen, was besonderes Geschick der Piloten erfordert.

Deswegen habe ich explizit "im Mini-Format" geschrieben. So wie diese Abfangdrohne eine Miniatur der Boden-Luft-Rakete ist, sind UGVs Miniaturen von Schützenpanzer und USVs von Schiffen/U-Booten.

Signifikant günstiger als ein bemanntes Fahrzeug, zwar teurer als Kamikazedrohnen, aber dafür eben wiederverwendbar. Und die autonome Zielerfassung und -bekämpfung kann dort natürlich ebenfalls untergebracht werden, da die Sensorik usw. eh eingebaut werden muss für die Nutzung aus der Ferne.

Das Problem sind aber kurze Entwicklungszeiträume. Solche Abfangdrohnen kannst du im Kriegsfall entwickeln und in Masse produzieren, um spezifisch genau gegen die Drohnen zu wirken, die der Gegenr gerade benutzt.

Die selben Dinger bauen und als Luftverteidigung einlagern ist hingegen völlig nutzlos. Denn in 5 Jahren kommt ein Gegner einfach mit etwas modifiziertem, das z.b. etwas höher fliegt, und dann sind die alle nutzlos.

Bei allem Hype um Drohnen ergibt es durchaus Sinn, dass sich exakt kein Militär der Welt da gerade an der Entwicklung verausgabt, und stattdessen komplexere Systeme entwickelt und gebaut werden, die eben wesentlch mehr leisten und auch noch über Jahrzehnte modifiziert werden können. Für preiswerte Abwehrdrohnen gegen ebenso preiswerte Sättigungsangriffe brauchst du halt das grundsätzliche Know-How und die Zielerfassung/Autonomie, aber es hat absolut keinen Sinn, sowas im Vorraus in relevanten Stückzahlen zu bauen.

aber es hat absolut keinen Sinn, sowas im Vorraus in relevanten Stückzahlen zu bauen.

Ich hab mich auf den derzeitigen Stand in der Ukraine bezogen, nicht darauf, dass die BW oder sonstjemand, der gerade nicht zuhauf mit Shaheds attackiert wird, diese Drohnen jetzt sofort beschaffen und auf Halde legen sollte.

Ein kurzer Feuerstoß genügt aber doch...