Bericht der Bundesregierung: Die Bildungsschere öffnet sich schon vor der Schule
2d 9h ago by feddit.org/u/D_a_X in eltern@feddit.org from www.tagesschau.de
Ohne den Artikel jetzt gründlich gelesen zu haben: Nach meiner Erfahrung als Lehrer und Vater (und laut diverse Studien kluger Menschen, die ich grad nicht zitierbereit vorliegen habe), liegt es hauptsächlich am Wortschatz. Egal wie klug du bist, wenn du keine klugen Formulierungen benutzen kannst, entsteht der Eindruck, du könntest auch keine klugen Gedanken denken.
Irgendwo hab ich auch gelesen, dass der Bildungserfolg mit der Anzahl(nicht Qualität) der Bücher im Elternhaus korreliert.
Deswegen:
- Sprecht mit Kinder in normaler Sprache
- keine Angst vor komplizierten Wörtern
- vorlesen, vorlesen, vorlesen!
Du meinst "Ey Diggi, lass ma Schnipo reinballern auf mein Nacken!" erweckt einen eher ungebildeten Eindruck?
Ich denke auch hier spielt Social Media wieder eine nicht unwichtige Rolle... In vielen Tik Toks und anderen Videos hört man doch nur noch solchen "Slang" und die Kinder und Teens machen es dann nach.
Ne, das mein ich nicht. Die Fähigkeit zwischen verschiedenen Slangs zu wechseln und ein der Situation angemessenes Vokabular gebrauchen zu können, ist total Wertvoll. Ich meine eher, wenn beispielsweise grundsätzlich intelligente Menschen im Deutsch-LK den „Armen Tor“ als „Tür“ interpretieren. Einfach weil das Wort „Tor“ nicht bekannt ist.
Ja, das ist richtig, weil die Jugend eben diese Wörter nicht mehr lernt, weil sie vermehrt auf Social Media abhängen und nur noch "Slang"-Sprache hören.
Alles auf Social Media zu schieben ist zu einseitig betrachtet. Einerseits werden auch auf Social Media Themen mit "gehobener" Sprache dargestellt. Es sind z.B. Gesundheit, Ernährung, Veganismus und Politik in großer Zahl mit wissenschaftlichen Sprachgebrauch zu finden. Aber auch BookTok u.Ä. führen sprachlich weiter und werden viel von jungen Personen gepostet. Das Problem ist eher das Entstehen von sprachlichen Bubbles und das fehlende Interesse andere Bubbles zu besuchen.
Das selbe Prinzip der Abschottung der Sprache findet auch bei Kindern statt, die ihre Freizeit nur damit verbringen sich mit Freunden zu treffen oder viel mit ihren Teammitgliedern aus Vereinen der gleichen Altersgruppe zu unternehmen, da sie auch da größtenteils mit der Sprache Gleichaltriger in Kontakt kommen. Diese Aktivitäten würde aber niemand als "Auslöser" bezeichnen.
Als anekdotisches Beispiel: In meiner Oberstufenzeit (vor dem heutigen Social Media) musste erklärt werden, dass "er erklärte nüchtern" in Bezug auf die Rede eines Politikers nicht bedeutet, dass er sonst immer betrunken ist.
Immer gut sowas nochmal in die öffentliche Diskussion zu bringen aber das is halt auch seit Jahrzehnten bekannt.
Schön, dass angeblich viel getan wird, klingt aber nicht, dass es massiv viel bringt.
Die zweite Grenze sind die Finanzen: "Gerade in Zeiten knapper Kassen ist es umso wichtiger, dass die Mittel, die Bund, Länder und Kommunen einsetzen, besser wirken können", sagt Prien. Ein Satz, der nicht auf mehr Geld für die Bildung hoffen lässt.
"Naja aber wenn man ja Geld in die Bildung steckt kann man es ja nicht mehr für Wahlgeschenke oder Korruption abschöpfen!"
32 Milliarden Euro wurden einfach gestohlen.
Das Sondervermögen von 24,3 Milliarden Euro wurde fast komplett zweckentfremdet.
Aber für Bildung ist natürlich kein Geld da.