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Weitere Schritte zur Finanzierung des Deutschlandtickets beschlossen

2y 7mon ago by sopuli.xyz/u/ente in bahn@feddit.de from www.tagesschau.de

Hoffen wir Mal dass das D-Ticket nun nicht nochmal so bald diskutiert wird

Diese kleinen Minischritte sind doch echt Mist. So kommt man nicht weiter.

Ich war und bin Bahnfahrer deswegen macht es für mich auch so Sinn aber wenn ich mir Vorstelle ich hätte ein Auto, dass würde ich doch unter diesen Umständen niemals hergeben. Was man braucht um Leute zum umsteigen zu bewegen sind langfristige Garantien und klare Entscheidungen.

Deutschlandticket Pro Max

Paywall für Verspätungsinfos.

Wie viel wir in Öffis investieren ist unabhängig von den Ticketpreisen. Wir haben auch vor dem Deutschlandticket schon wesentlich mehr in Autoinfrastruktur als alles andere geballert, und machen das auch weiterhin.

Wo ich mitgehe: Autoalternativen müssen vor allem besser sein, günstig(er) reicht nicht. Auch Gratisöffis wie in Tallin, Luxemburg und co haben die Zahl der Autofahrten nicht wirklich reduziert.

Die Deutsche Bahn ist kritische Infrastruktur, dafür können gerne Steurgelder verwendet werden.

Der Einnahmenausfall wird ja kompensiert. In unserer Verkehrsverbundbilanz war das 9€ Ticket auch nicht zu sehen. Der kommunale Zuschuss betrug 10 Mio. Euro / Jahr bei einem Haushaltsbudget von 1,1 MRD. Euro. Und Investitionen kamen immer on Top und wurden nie vom Ticketpreis refinanziert. Der ÖPNV ist ein ziemlich lächerlicher Posten im kommunalen Haushalt. Nur wird er halt gerne von Konservativen bespielt, weil Wähler wie du darauf anspringen. Da kann man schön gegen bashen.

Bei uns renovieren sie eine Tiefgarage für 60 Mio. (!!!!) Euro. Da müsste der Parkplatz 100€ / h kosten, damit sich das rentiert. Interesse daran: 0. Dann haben sie dort in der Nähe noch ein Parkhaus gebaut mit einer maximalen Auslastung von 7 %. Aufschrei: Gering.

Genauso wie neue Parkbänke. Über den Haushalt. Straßenbahninfrastruktur jedoch mit zahlreichen Zuschüssen. Bis zu 90% mit einem Mix aus Bundes-, Landes- und EU-Fördermittel. Für E-Busse gabs auch Bundeszuschüsse.

Das Problem an kommunalen Haushalten ist eher, dass niemand bereit ist sein "Lieblingsprojekt" aufzugeben. Und am Ende wird dann halt eher das Parkhaus gebaut, als die Straßenbahn oder die Fahrradbrücke, wegen Auto-Mehrheiten im Stadtrat. Bei uns scheitert es auch oft an der Planungskapazität. Ich kann im Stadtrat noch so viel Infrastruktur beschließen, wenn die Verwaltung nicht die Ressourcen hat es umzusetzen.

Sie bekommt auch jetzt schon einen Anteil der verkauften Deutschlandtickets. Ich weiß nur noch nicht wie viel, weil ich das nicht finde und die Bilanz für 2023 obv. noch nicht herausen ist.

Klar ist das arg verkürzt. Haushaltsaufstellung ist mit die komplizierteste und nervigste Aufgabe als Kommune. Aber die ÖPNV Finanzierung ist zumindest bei uns wirklich nicht das Problem im Haushalt. Es wird nur heiß gekocht, weil man damit Schlagzeilen machen kann.

Und ja, da bin ich bisschen neidisch. Weil wenn ich die Verschwendung der Autoinfrastruktur aufzeige, kräht kein Hahn danach, bzw. nur halt meine kleine Bubble. Aber wehe, jemand gibt 20 € zu viel für ein Bushäuschen aus :D

Geht nicht beides? Eine Vereinfachung und Pauschalisierung des Ticketpreises. Und gleichzeitig der Ausbau der Infrastruktur und wo nötig bessere Taktung der Verbindungen.

Die zwei Aspekte sind doch nicht funktional voneinander abhängig. Subventionen und Förderung sind in jedem Fall nötig.

Wie das klingt, Leute von der Straße holt. ;)

Dass Finanzierung des Ausbaus des ÖPNV mit der aktuellen Regierung nicht zu machen ist, ist schade. Dass die Infrastruktur nicht renoviert und ausgebaut wird, liegt dann aber nicht am Deutschlandticket, oder?

Ja der Erfolg ist nicht groß aber messbar. Und seiner Einschätzung würde ich folgen:

Als positiv wertet Dr. Allister Loder, Erstautor der Studie, den Marketingerfolg des Deutschlandtickets für 49 Euro pro Monat: „Erste Ergebnisse zeigen, dass es gelungen ist, das Ansehen des ÖPNV in Deutschland zu heben und Schritte hin zu einem nachhaltigeren Mobilitätssystem anzustoßen“, sagte Loder. „Nun muss aber dringend das ÖPNV-Angebot flächendeckend weiter ausgebaut werden, um noch mehr Menschen auch tatsächlich eine sinnvolle Nutzung des Deutschlandtickets zu ermöglichen.“

7% weniger Fahrten mit PKW bei denen, die sich ein Ticket gekauft haben, ist nicht nichts. Mehr kannst du auch nicht erwarten.

Erlernten Verhalten ändert man nicht sofort. Das braucht Zeit. Und ich behaupte mal, dass es Verbesserungspotential beim Angebot gibt.

Digga was?

fundierte Kritik geht nur bei fundierten Behauptungen.

Wo steht da, dass das alles fehlt weil das 50 Euro Ticket existiert? Un 9 Milliarden im Jahr sind nichts. Das könnten wir locker aufbringen wenn wir einfach das dienstwagen privileg aufweichen oder ne steuer auf reich sein erheben.

Und du glaubst die Politik würde das wollen, wenn das 50 euro ticket nicht existieren würde? Lachi.

Ich glaube ihr seid euch einig, dass der fehlende politische Wille das Problem ist.

Yaas, ich clowne nur auf ihn weil er das 50 euro ticket für etwas Verantwortlich macht und es als negativ auszeichnet. Krisch

deckelt es die Summe die zur Finanzierung für den ÖPNV zur Verfügung steht

Inwiefern verhindert das D-Ticket, dass die Politik weitere Gelder zur Verfügung stellt?

Insbesondere Kommunen und Städte die finanziell sowieso bereits an der Wand stehen haben so keinerlei Möglichkeiten Ausbau oder auch nur Ersatzinvestitionen zur Erhaltung des Bestandes zu Refinanzieren.

Wieso muss öffentliche Infrastruktur über Einnahmen finanziert werden? Passiert bei Straßen doch auch nicht.

Deshalb werden die Politiker dann lieber den Preis gleich lassen, aber die Mittel nicht oder nicht ausreichend erhöhen

Die Mittel waren auch vor dem Deutschlandticket nicht ausreichend.
Der Grund liegt nicht im D-Ticket sondern in den Prioritäten, die die Politik setzt und die war und ist größtenteils immer noch die Förderung des Autoverkehrs.

Also allein beim 9€ Ticket:
17 Prozent sind von anderen Verkehrsmitteln umgestiegen, 10% verzichteten während des 9€ Tickets auf mindestens eine tägliche PKW Fahrt (Quelle VDV), das ist also sehr wohl ein entscheidender Faktor.

Auf den Rest sind andere ja schon eingegangen.

Hm der VDV sagt 10%, der Deutshclandfunkartikel 3%, woran könnte das liegen?

Kramen wir mal nach der Quelle: https://www.cs.tum.de/9-euro-ticket-mehr-menschen-fahren-bus-und-bahn/

Die Projektergebnisse spiegeln sich auch in Daten wieder, die die Stadt München regelmäßig zum Verkehrsaufkommen erhebt: Erstmals gab es im Juni weniger Autoverkehr als im Mai. Rechnet man den Sondereffekt der Ferienzeiten raus, betrug die Differenz drei Prozent, während sonst von Mai zu Juni ein Plus von drei Prozent üblich ist. „Das klingt vielleicht zunächst nach einem kleinen Unterschied – aber dass es diese Änderung im Jahreszeitraum gibt, ist außergewöhnlich“, betont Forschungsteamleiter Dr. Allister Loder.

Hier dann also die tatsächliche Aussage. Die Studie des VDV basiert übrigens auf 70.000 Datenpunkten aus ganz Deutschland und dürfte somit zuverlässiger sein. Das finale Ergebnis der Appstudie waren übrigens 7%

We found in our study and official figures that season-ticket ownership increased by about 10%, and especially new season-ticket customers, i.e., those who had no season ticket before, increased public transport use. Nevertheless, only 20% of new season-ticket customers and 7% of existing season-ticket customers indicated increased public transport use and decreased automobile use.

Ich würde sagen, ganz ordentlich für das Gewohnheitstier Mensch.

Auch im Endreport zur Studie stützt die TUM sich dann viel auf die VDV Daten. https://www.hfp.tum.de/hfp/tum-think-tank/mobilitaet-leben/veroeffentlichungen/

" Overall, several studies concluded that carbon savings were made, which were somewhere in the order of magnitude of 300,000 to 600,000 t CO2 per month; when considering the ticket’s costs of 2.5 billion Euro, this leads to carbon abatement costs of around 1,500 (21) to 2,000 Euro per t CO2 (16)."

Das ist ein Erfolg für die Umwelt, kein Schaden. Leicht teurer als Carbon Capture prognostiziert wird, aber mit dem gewaltigen Vorteil, dass man Menschen zusätzlich Lebensqualität spendet. Die Daten zeigen auch es wurden viele ÖPNV Reisen unternommen um weiter entfernte Orte zu erkunden. Man kann annehmen, die lokale Tourismusbranche hat gut profitiert.

Die Fußgänger die umgestiegen sind waren sicher teils Leute die sich weder ÖPNV noch Auto leisten konnten.

Ja da geb ich dir vollkommen Recht im Bezug auf Carbon Capture. Deswegen würde ich es auch nie als das Klimarettermittel anpreisen.

Mein Fazit ist: Sozial ist das 9€ und in Begrenzterem Maße auch das 49€ Ticket super. Klimatechnisch haben sie nur wenig direkten Einfluss, aber eventuell langfristig weil das Bewusstsein für den ÖPNV steigt, dann eventuell auch mehr Leute umsteigen und es populärer wird den Ausbau zu fördern.