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? Kennt ihr auch die Müdigkeit

1mon 9d ago by feddit.org/u/caput_t in adhs@feddit.org

Hallo an Alle,

ich halte meine Fragen kurz. Ich bin Mitte 40. Seit 04/2025 mit ADS diagnostiziert. Nehme Elvanse 30mg. Inzwischen auch Ramipril 2,5mg und 1,25mg Bisoprolol jeweils 1x tgl., weil der Blutdruck nicht mehr so dolle ist.

In der Woche beim Arbeiten kann ich wach bleiben. Abends bin ich aber absolut erschlagen und unheimlich müde. Ich bin ständig erschöpft und habe ein großes Bedürfnis nach Ruhe und Schlaf.

Habe zuviele Überstunden auf Arbeit und bekomme deswegen immer wieder Ärger und jetzt stehen auch personalrechtliche Konsequenzen an, weil zuviele Überstunden als Verletzung der Dienstvereinbarung gewertet wird. Habe seit 2025 Gleichstellung mit schwerbehinderten Menschen. Arbeitgeber weiß das.

Kennt ihr diese ständige Müdigkeit/ Erschöpfung auch trotz Medis? Also, dass ihr ständig und überall schlafen könntet?

Wie sieht es bei Euch mit dem Anecken auf Arbeit aus? Gibt es jemanden, der selbst mit personalrechtlichen Konsequenzen zu tun hatte. Bei mir ist es der öff. Dienst. Vielleicht auch wiederholt zuviele Überstunden als Thema hatte, weil man damit die Zeit, die man länger braucht, mit Überstunden zu kompensieren versucht.

Warum machst du die Überstunden? Kannst du nicht, grade wenn du gleichgestellt bist, einfach machen was du in der regulären Arbeitszeit schaffst und gut is?

Die Medis geben dir die Fähigkeit deine Kräfte/Löffel/Energie besser zu nutzen, aber wenn alle ist, dann ist alle. Will sagen, es ist ok, wenn du so arbeitest, dass nach Feierabend noch Löffel übrig sind.

Ja, so sollte es sein. Das sieht mein Arbeitgeber aber anscheinend leider nicht so und beharrt darauf, dass zuviele Überstunden eine Verletzung der entsprechenden Dienstvereinabrung ist.

Zitat aus dem Protokoll des Gesprächs:"

"<Name> trägt mit seiner Arbeit nicht wesentlich zum Teamerfolg bei, sodass die Anzahl der geleisteten Mehrstunden in keinem Verhältnis zur Quantität stehen."

usw.

Dabei löst das ja mein Problem nicht. Im Gegenteil, es erzeugt mehr Druck. Die Überstunden sind schlechtes Coping. Ich mache mehr, weil ich generell für meine Tasks länger brauche. Dabei weiß ich nicht mal was wesentlicher Teamerfolg sein soll. Ich vermute, die Führungskraft aber auch nicht.

Edit ab hier: Man sieht mir meine Einschränkung halt nicht an und das trägt vielleicht auch ein Stück dazu bei.

Blöd gesagt: Ich würde einen Menschen mit nur einem Arm ja auch nicht ernsthaft fragen, warum er oder sie so lange braucht um ein Schreiben am PC aufzusetzen, wenn es der Rest der Belegschaft (mit zwei Armen) in der Hälfte der Zeit schafft.

/mal überspitzt

Hi, wenn du gleichgestellt bist, dann sollte (oder könnte) es eigentlich ein Gespräch zu möglicher Unterstützung gegeben haben, die der AG dir geben kann? Seid ihr den Weg mal gegangen? Was könnt ihr machen damit das besser wird?

Und ganz grundsätzlich: Machst du deine Arbeit eigentlich gerne? Du klingst nicht so, als könntest du deine Stärken bei deiner Arbeit einsetzen.

Insgesamt klingt das so als steckt ihr (AG und du) da ein wenig fest in dem was ihr tut. Vielleicht lohnt sich der Weg zum Betriebssarzt (hat auch Schweigepflicht), einer Schwerbehindertenvertretung oder einem Betriebs- oder Personalrat, einfach um ein paar neue Ideen zu entwickeln.

Eine Arbeitssituation, in der ich extra lange arbeite um extra wenig Wertschätzung zu bekommen, würde mich auch müde machen.

Hi, ein betriebliches Eingliederungsmanagement ist noch am Laufen und die Schwerbehindertenvertretung hat mir auch schon nahegelegt, mich nach anderen Stellen umzusehen. In der Tat bin ich mit meinem Job nicht mehr so zufrieden. Das war mal anders. Seit langem (so habe ich den Eindruck) liegt die Priorität in der Masse des Outputs statt in der Qualität. Zweiteres ist eher meine Arbeitsweise. Gleichzeitig ist die Befürchtung vorhanden, den Job zu verlieren.

Dann ganz viel Glück mit dem Eingliederungsmanagement! Vielleicht findet ihr ja eine gute Lösung - und sonst muss vielleicht auch ein neuer Job her. So wie es ist sollte es in jedem Fall nicht bleiben, Müdigkeit kann ja auch einfach in der Tatsache begründet liegen, dass die aktuelle Situation eben nicht mehr gut passt.

Zu 1. ja ich kenne das, im Grunde seit meiner Pubertät irgendwie, aber es ist glaube ich immer schlimmer geworden. Bin jetzt fast 40 und erst letztes Jahr mit ADHS diagnostiziert worden.

Ist das ein ADHS-Ding? Ich bin noch nicht so wahnsinnig gut über ADHS informiert, aber habe noch nie davon gehört, dass das damit zusammenhängen könnte.

Ich war vor kurzem auch im Schlaflabor, da wurde allerdings nichts gefunden und mir attestiert, dass ich "schöne" Schlafphasen hätte und sehr gut schlafen kann.

Bei mir ist es aber auch vor dem Besuch dort schon ein bisschen besser geworden, komischerweise seit ich ein Kind habe. Ich bin vor der Geburt allerdings auch aus einer Wohnung mit belastendem Verkehrslärm in eine viel ruhigere umgezogen, (hatte das Problem aber zuvor auch in einer ruhigen Wohnung, allerdings mit Depression und entsprechenden Medis) habe, seit ich im Februar angefangen habe Elvanse zu nehmen, das Durchhaltevermögen für eine Diät gefunden und fast 15 kg abgenommen, sodass ich fast im Normalbereich angekommen bin, und ich bewege mich viel mehr. Ich mache fast täglich einen ca. einstündigen Spaziergang mit dem Kinderwagen oder Baby in der Trage.

Es gibt Tage, da tu ich mich echt schwer aus dem Bett bzw. in die Gänge zu kommen. Insbesondere, als ich mit Elvanse angefangen habe, hatte ich das Gefühl, dass ich morgens noch platter war und die Medizin brauche um das zu überwinden. Wenn ich besonders kurz/schlecht geschlafen habe, geht es mir immer noch teilweise so, aber an anderen Tagen geht's auch einfach so. Ich vermute allerdings, was den Schlaf an sich angeht, hat die regelmäßige Bewegung viel geholfen, denn besser geworden ist es ja auch vor der Medikatin schon etwas.

Zu 2. mit der Arbeit kann ich aktuell nichts sagen. Ich bin nach meinem Studium beim Einstieg ins Berufsleben ganz schön auf die Schnauze gefallen, was zu der (erneuten) Depressionsgeschichte geführt hat und war mehr krank/arbeitslos als im Beruf. Möchte mich da jetzt vorsichtig wieder herantasten, aber das Thema ist sehr belastet.

  1. nein, könnte mir gut vorstellen dass das andere Ursachen bei dir hat. Dass z.B. deine Schlafqualität nicht gut ist oder dir Vitamine oder Mineralstoffe oder sowas fehlen.

  2. Ich ecke insofern an, weil ich z.B. den Kommunikationsstil meines Chefs erst langsam verstehe. Und weil ich z.B. Ängste/Perfektionismus habe, die ich auch erst langsam abbaue. Ich bin manchmal sehr direkt, habe aber auch das Gefühl dass ich mit netten Leuten super toll auskomme.

Ja, ich kenne das. Allerdings nehme ich aktuell keine ADHS Medikation. Nur Antidepressiva.

Ich bin permanent müde und komme morgens kaum aus dem Bett. Ich bin auch nach dem Schlafen nicht erholt, so dass ich ziemlich viel von meiner Freizeit "Verliere". Insgesamt ist das alles sehr deprimierend. Ich habe mittlerweile ein diagnostiziertes Apnoe und hatte anfang des Jahres eine weitere Nasen-OP. Trotz Atemgerät und befreiten Atemwegen keine besserung der symptome. Mitte des Jahres ist ein neuer Schlafmedizinischer Anlauf geplant, mal schauen...

Aber meine Besten Jahre hab ich bereits erfolgreich energielos verloren.